Ruderverein Seewalchen
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Wanderrudern beim RVS

Langstreckenregatta

 

 

Budapest - Baja

Ruderverein Seewalchen nimmt an der längsten Ruderregatta Europas teil.

 Am 3. August 2018 wurde zum 30. Mal die längste Ruderregatta Europas ausgetragen:

Diese findet jährlich in Ungarn statt: In Budapest starten die Ruderboote nach Süden, Ziel ist nach 165 Kilometern die Kreisstadt Baja.

 An der diesjährigen Veranstaltung nahm auch ein Boot des Ruderverein Seewalchen teil: Den Zweier mit Steuermann ruderten Franz Leitner, Harald Hörschläger und Alexander Mihalic über die vierfache Marathon-Distanz. Der Start für die über 40 teilnehmende Ruderboote erfolgte um fünf Uhr im Morgengrauen von einer Halbinsel im Donaustrom am Südrand Budapests. Das Starterfeld zog sich rasch auseinander, da völlig unterschiedliche Bootsklassen teilnahmen.

Die Donau durchfließt in diesem Abschnitt die ungarische Tiefebene und weist keine Staustufen auf, rinnt gemächlich an nur ganz wenigen Siedlungen vorbei. Das Ufer ist durchgehend bewaldet und weist immer wieder lange Sandbänke auf, welche an mediterrane Sandstrände erinnern.

Der eigentlich erhoffte Wasserschub der südwärts fließenden Donau von 8 Km/h hatte sich leider wegen dem Wassermanngel auf 3-4 Km/h vermindert, entsprechend mehr mussten die Ruderer selbst anpacken.

Das eigentliche Rudern auf der fast spiegelglatten Donau war jedoch die meiste Zeit ein Genuss, nur selten durch wenige große Schiffe mit entsprechenden Wellen gestört. Da alle 30 Minuten der Steuermann gewechselt wurde, mussten akrobatisch anmutende Manöver durchgeführt werden, bis jeder Mann wieder auf seinem neuen Platz positioniert war.

Nur einmal erreichte die Stimmung einen leichten Tiefpunkt, als bei 35°C das versprochene Versorgungsschiff mit dem dringend benötigten Wassernachschub ausblieb. Nach einem „Tankstopp“ an einem Campingplatz wurden die Reserven rasch aufgefüllt, eine Dose Cola verlieh zusätzliche Flügel, sodass die verbleibende Distanz von lächerlichen 60 Kilometern problemlos abgerudert werden konnte.

Nach einem Endspurt erreichte das Boot schließlich kurz vor 21 Uhr den Zielort Baja, und wurde vom Ruderverein mit Scheinwerferlicht und „We are the Champions“ aus voll aufgedrehten Lautsprechern empfangen. Ein ungarisches Schmalzbrot und ein Bier war die Belohnung der fast sechzehnstündigen Plagerei und schmeckte besser als jedes Menü in einem Haubenrestaurant.

Die unvermeidlichen Blasen an den Händen und der schmerzende Hintern waren rasch vergessen, denn der Schmerz vergeht – der Stolz bleibt.

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